Einbauanleitung Kolbenringe

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Einbauhinweise für Kolbenringe Zur einwandfreien  Funktion eines Motors gehört der... mehr

Einbauhinweise für Kolbenringe

Zur einwandfreien  Funktion eines Motors gehört der fachgerechte Einbau der Kolbenringe.
Besonders bei den  Vier- oder gar Sechszylindermotoren von Motorrädern gehört die Montage der Kolben, bestückt mit den Kolbenringen, zu den anspruchvollsten  Arbeiten der gesamten Motormontage. Entsprechende Sorgfalt, evtl. die Mithilfe einer zweiten Person und evtl. der Einsatz geeigneter Werkzeuge oder Hilfsmittel sind für den geübten Hobbyschrauber wie für den routinierten Fachmann Voraussetzung.

  1.  Die richtige Montage von Kolbenringen bei Viertaktmotoren:

Vor der Montage von neuen Kolbenringen sollten die Ringnuten von Ölkohle gereinigt werden und die Ringnuten auf Maßhaltigkeit überprüft werden.
Bei modernen 4-Takt-Motoren werden heutzutage fast ausschließlich 3-teilige Ölabstreifringe zur Reduktion des Ölverbrauchs verwendet. Durch die Verdrehung der beiden Stöße der eigentlichen Abstreifringe um 180Grad zueinander entfällt ein durchgehender  Stoß wie dies bei den einteiligen Ölschlitzringen oder den zweiteiligen Schlauchfederringen der Fall ist.
Der Ölring wird als erster Ring montiert im Sinne von unten nach oben. Beim dreiteiligen Ölabstreifring wird erst der gewellte Spreizring montiert. Hierbei  ist allergrößte Sorgfalt darauf zu legen, dass nach der Montage des 1. eigentlichen Ölabstreifrings der Stoß des gewellten Spreizringes auch tatsächlich Stoß an Stoß liegt und sich nicht eine Welle überlappt. Wenn dies sichergestellt und überprüft ist kann der zweite Ölabstreifring montiert werden. Wichtig nochmal: die Stöße der beiden Ölabstreifringe liegen sich um 180Grad gegenüber.
Ölschlitzringe und Schlauchfederringe sind stark bruchgefährdet während der Montage. Hier ist auf eine vorsichtige und gleichmäßige Dehnung über den gesamten Umfang zu achten. Hier gilt es mit Fingerdruck auf ca. 10Uhr und 2Uhr gegenzuhalten während die beiden Daumen auf 6Uhr die Spreizung ausführen - noch sicherer ist die Verwendung einer Kolbenringmontagezange.  
Nun kann der 2. Kompressionsring, in der Regel ein Minutenring oder Nasenminutenring, teils mit Innenfase, montiert werden. Hierbei gilt: Minutenringe haben eine unbedingt einzuhaltende Einbaurichtung (Markierung , von oben lesbar!).
Generell gilt: Hat ein Kolbenring eine Markierung oder eine Kennzeichnung so muss diese Kennzeichnung immer von oben lesbar sein. Fehlt diese Bezeichnung so spielt der Einbau eines Kolbenringes entweder keine Rolle (weil z.B. rechteckig) oder bei z.B. einem Zweitaktmotor kann der Kolbenring wegen z.B. einer Trapezform oder der Verdrehsicherung (Flankensicherung) gar nicht anders als vorgesehen montiert werden.   Wir sehen den Kolbenboden und wir sehen die Kennzeichnung. TOP heißt nicht dass dies der oberste Kolbenring ist! TOP ist eine Kennzeichnung um Kolbenringe richtig zu montieren. Dies kann aber auch N, 025 als Angabe der Übergröße oder je nach Hersteller eine andere Kennzeichnung sein. Eine Außennut, die Nase eines Minutenrings ist immer nach unten zeigend zu montieren, Innenfasen dagegen  immer nach oben  zeigend montieren. Die Nase eines Minutenringes (um ein paar Winkelminuten im Neuzustand nach oben verjüngend für den schnelleren Einlauf und die sofortige Abdichtung – daher der Name Minutenring) soll das im Abwärtsgang des Kolbens abgestreifte Öl aufnehmen - Raum geben. Mit ganz wenigen Ausnahmen sind die zweiten Kompressionsringe auf der Lauffläche  n i c h t   verchromt und dementsprechend von in der Regel dunkler Färbung (anthrazithfarben).
Abschließend  wird der erste Kompressionsring montiert. Bei den meisten Motoren mit Graugusslaufbüchse ist der erste Kolbenring auf der Lauffläche verchromt. Chrom ist an seiner silbernen Farbe zu erkennen. Manche Hersteller geben auch einem rechteckigen Chromring, auch ohne Innenfase, eine Kennzeichnung damit erst gar keine Frage nach dem „wie herum“ auftaucht. Hat der erste Kompressionsring eine Innenfase so ist diese nach oben zeigend zu montieren. Bei Nikasil oder Alusil oder ähnlichen Motoren verwenden wir vorwiegend DLC (Diamond Like Carbon) –beschichtete Kolbenringe. Deren Lauffläche ist fast schwarz während die geschliffenen Flächen hell sind. Diese Ringe haben keine Einbaurichtung und auch keine Kennzeichnung. Es gibt also kein oben oder unten sondern  nur ein richtig montiert, egal wie herum. Entgegen allen anderslautenden Meinungen, die Japaner machen es uns vor, können auch Chromringe auf Nikasilzylindern  verwendet werden. Hierfür ist nur eine sichere Ölschicht Voraussetzung.  L-Form-Kolbenringe können nur einbaurichtig montiert werden.
Wenn alle Ringe auf den Kolben aufgesetzt und montiert sind müssen die Stöße ausgerichtet werden. Hier gibt es verschiedene Lehrmeinungen. Wir empfehlen diese Version: Kein Ringstoß in Fahrtrichtung und kein Ringstoß quer zur Fahrtrichtung sondern: 1. Stoß in Kurbelwellenlängsachse auf 10:30Uhr, 2. Stoß auf 16:30Uhr, Ölring oder 1.Ölring (3-teilig) auf 19:30Uhr, 2. Ölring auf 1.30Uhr.

        2. Die richtige Montage von Kolbenringen bei  Zweitaktmotoren

Hier gilt es weit weniger zu beachten als bei 4-Takt-Motoren. Hier geht es besonders darum den 1. Und den 2. Ring richtig zu bestimmen. Häufig werden einseitige Trapezringe montiert, mal in derselben Stärke, mal in unterschiedlicher Stärke, mal nur ein Trapezring und ein Rechteckring, mal zwei Trapezringe, mal zwei Rechteckringe, mal mit einem zusätzlichen, vieleckig gewellten Spreizring, mal ohne. Mal ist der gewellte Spreizring unter dem 1. Ring zu montieren, mal unter dem 2. Ring. Hier hilft nur probieten und ggfs. messen weiter. Generelle Regeln gibt es nicht sondern anscheinend nur die Regel: wir machen das ganz anders als alle anderen (damit ist die Gesamtheit der verschiedenen Hersteller gemeint). Aber ganz wichtig: Wenn ein gewellter Spreizring im Lieferumfang enthalten ist dann sollte der auch montiert werden. Der Sinn ist ein ganz   einfacher: Jeder Kolben ist im Bereich des Kolbenbodens entsprechend der Massenansammlung wesentlich kleiner im Durchmesser als an seinem Messpunkt. Hat der Kolben nun keine Temperatur, wie z.B. nach dem Starten des Motors, so hat der Kolben nun viel Platz zum Kippen. Mangels massivem Ölfilm führt dies beim Zweitaktmotor zu deutlich hörbaren Kippgeräuschen.   Und genau diese Kippgeräusche werden mittels des gewellten Spreizringes vermieden da der Kolben nun richtig und elastisch geführt wird. Der Kolbenring liegt fest auf der Zylinderwand an, der Kolben hat zum Kolbenring hin  einige Zehntel-mm Spiel, und dieses Spiel zum Kolbenring wird durch den Spreizring elastisch beseitigt.
Kolbenringhersteller empfehlen dringend, und wir schließen uns dieser Empfehlung rückhaltlos an, vor der Montage von neuen Kolbenringen in jedem Fall die Zylinder kurz mit flexiblen Honbürsten zu bearbeiten um die Ölhaftung auf dem Zylinder wieder sicher zu stellen.

 
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